Gesundheitliche Einschränkungen können viele Stolpersteine ins Leben legen, insbesondere wenn diese zu einer dauerhaften Behinderung führen. Die Herausforderungen für Betroffene sind vielfältig; deswegen braucht es viele Helden des Alltags, die Betroffene unterstützen. Um diese Helden zu ehren, hat der Landkreis Landsberg mit Unterstützung der Sparkasse Landsberg-Dießen einen Inklusionspreis ausgeschrieben.
Inklusion ist in der Praxis ein vielfältiges Thema. Der erste Gedanke geht häufig in Richtung barrierefreie Zugänge, oder auch an Wiedereingliederung im Beruf. Tatsächlich stellen sich für Betroffene noch viel mehr Hindernisse, zum Beispiel in der Freizeitgestaltung. Denn da fallen viele Angebote weg, insbesondere wenn es um Sport geht.
Auf diese Lücke ist Lisa Jin vor 10 Jahren gestoßen, was sie bewegt hat, das Angebot "Rollstuhlfechten" ins Leben zu rufen. Das war am Anfang sehr improvisiert, denn das nötige Trainingsmaterial war nicht vorhanden, da mussten lange Zeit Holzkisten und andere Behelfe herhalten. Über die Jahre ist der Sport in mehrerlei Hinsicht gewachsen: Zum einen in Form einer festen Trainingsgruppe, was vor allem auf das Engagement von Susanne Fischer zurückzuführen ist. Auf sportlicher Ebene ist unser Angebot auch inzwischen eine Institution, was etliche Medaillen beweisen und für uns eine hervorragende Leistung ist, da wir "nur" ein Breitensportverein sind und damit prinzipbedingt nicht mit Leistungssportlern im Rollstuhlfechten mithalten können. Die Holzkisten konnten wir dank etlicher Spenden längst einmotten. Und auch im Miteinander sind unsere Rollstuhlfechter eine feste Größe: So freut sich unser Fechtnachwuchs immer, wenn sie die Gelegenheit haben, selbst mal im Rollstuhlfechten anzutreten.
Damit gehört das Rollstuhlfechten zu den etablierten Angeboten im Landkreis, weswegen wir uns für eine Bewerbung zum Inklusionspreis entschieden haben. Uns hat sehr gefreut zu erfahren, dass wir als einer der Preisträger an der offiziellen Verleihung teilnehmen durften.
Bei der Verleihung am 27.3.2026 wurden die Angebote von etlichen Vereinen und Initiativen im Landkreis vorgestellt. Mehrere davon haben ebenfalls das Thema erkannt, das Freizeitangebot zu verbessern. Und diese waren ebenfalls sehr kreativ darin, Lösungen für praktische Probleme zu finden.
Entsprechend stieg die Spannung mit fortschreitender Veranstaltung, welches Angebot nun wie ausgezeichnet wird. Da hat sich der Landkreis Landsberg zu einem salomonischen Urteil entscheiden: So identifizierten sie vier Angebote aus den Bewerbungen, die alle auf ihre Weise preiswürdig waren. Entsprechend wurden alle vier gleichwertig ausgezeichnet.
Uns freut, dass der Landkreis Landsberg damit unser langjähriges Engagement würdigt. Als schönen Nebenaspekt ist diese Auszeichnung auch mit einem kleinen Preisgeld verbunden. Dies ist sehr willkommen, da Susanne es vor kurzem geschafft hat, zwei weitere Schnupperteilnehmer zu finden. Entsprechend besteht gerade wieder Bedarf, unsere Ausrüstung weiter zu erweitern.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Rollstuhlathleten und allen Förderern dieser Sportart vor und hinter den Kulissen!
Artikel: Markus Roßner
Foto: Unsere Preisträger Susanne Fischer und Alexander Mang, sowie Thomas Salzberger (Bürgermeister des Marktes Kaufering)
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