Über die gesamte Saison nahm Louisa fleißig und erfolgreich an allen Qualifikationsturnieren teil. Damit konnte sie sich einen Startplatz für die Deutsche Meisterschaft sichern. Diesen sportlichen Höhepunkt ließ Louisa sich nicht entgehen: So nahm sie die längere Reise nach Lübeck auf sich, um dort im Damen-Florett der Altersklasse U13 anzutreten. Dort standen zwei Hallen bereit, die gute Wettkampfbedingungen für die ca. 60 Athletinnen dieser Altersklasse boten. Diese wurden in 10 Gruppen aufgeteilt. Für Louisa standen damit 6 Gefechte bei hochsommerlichen Temperaturen an. Gleichzeitig befanden sich zwei bekannte Fechterinnen von der letzten Bayerischen Meisterschaft in der Gruppe.
Im ersten Gefecht war Louisa noch aufgeregt und nicht ganz angekommen, sodass dieses schneller vorüber war als gedacht. Bereits im nächsten Gefecht konnte sie ihre Stärken zeigen und entschied das eindeutig mit 5:2 für sich. Im Laufe der Vorrunde konnte sie noch ein zweites Gefecht für sich entscheiden, sodass sie auf Platz 47 der Vorrunde landete.
Damit qualifizierte sie sich für die K.O.-Runde. Ihr erster Gegner war Annabel Walbeck vom Dürener FC, welche in der Vorrunde Platz 18 errungen hat. Louisa ließ sich von dieser routinierten Gegnerin nicht einschüchtern: So gelang es ihr in einem fairen Gefecht sehr oft, Punkte zu setzen, sodass das Gefecht lange spannend blieb. Am Ende konnte sich jedoch die Dürener Favoritin durchsetzen, aber mit einem doch eher knappen 10:7. In dem Gefecht hat Louisa gezeigt, dass sie durch die Qualifikation viel Willensstärke und Fechterfahrung sammeln konnte, damit hielt sie den Gefechtsausgang lange offen.
Dennoch sehen die Regeln vor, dass Louisa nach dem Gefecht ausgeschieden ist. Da sich in vielen weiteren Gefechten dieser K.O.-Runde die jeweilige Favoritin durchsetzte, erreichte Louisa wie in der Vorrunde den 47. Platz.
Das Fechtwochenende ging am Sonntag direkt weiter mit der Mannschaftsmeisterschaft. Dort startete sie als Teil der Mannschaft Bayern 2. In dem Turnier wurden alle 14 Plätze ausgefochten, was nochmal viel Zeit auf der Planche bedeutete.
Gleich in der ersten Runde traf Louisas Mannschaft auf Bayern 1. Um keiner der Mannschaften übermäßig zu bevorteilen, hielten sich die Trainer in dem Gefecht zurück. Da jedoch die Mannschaften gemäß Platzierung zusammengesetzt waren, war die 1. Mannschaft nominal die stärkere. Louisa ließ sich davon nicht beirren und sammelte über alle Gefechte hinweg 7 Treffer für ihre Mannschaft, das Gefecht ging insgesamt 15:45 aus.
Die weiteren Platzierungsgefechte für Platz 9-16 fanden in einer anderen Halle statt, deswegen mussten alle ihre Sachen packen und 10 Minuten zu Fuß gehen, bevor es weiterging. Dort trafen sie dann auf Hamburg. Louisas Mannschaft kann bis zum 5. Teilgefecht die Führung halten, wozu Louisa mit 5 Treffern beigetragen hat. Danach wechselte Hamburg eine Fechterin aus, was sich als richtige Entscheidung herausstellte: Die neue Fechterin nahm Bayern 2 die Führung weg. Die Bayern blieben zwar dicht auf den Fersen, und Louisa setzte in ihrem letzten Gefecht nochmal 5 Treffer. Am Ende reichte es aber knapp nicht, das Duell ging 37:45 aus.
Im letzten Gefecht trat Bayern 2 gegen die Mannschaft aus Sachsen-Anhalt an, um den 13. Platz auszufechten. Dort hatte Louisa im ersten Gefecht einen kleinen Aussetzer, was die gesamte Mannschaft anspornte, es besser zu machen. So konnte Bayern 2 direkt im nächsten Gefecht die Führung zurückholen. Auch Louisa war in den beiden anderen Gefechten deutlich aufgeweckter und konnte da 12 Treffer für die Mannschaft sammeln. Am Ende sicherte sich Bayern 2 mit einem 45:33 den 13. Platz.
Alles in allem kann Louisa auf ihre erreichte Leistung stolz sein: Die Deutsche Meisterschaft ist naturgemäß ein anspruchsvolles Turnier. Dennoch konnte sie einige Gefechte für sich entscheiden, und etlichen Leistungssportlerinnen sehr lange Paroli bieten und mit regelmäßigen Gegentreffern den Gefechtsverlauf lange offen halten. Über die gesamte Saison mit allen Qualifikationsturnieren hat sie ihre Leistungen deutlich verbessert. Entsprechend startet Louisa im Herbst gut gerüstet in die neue Turniersaison.