Fechten im VfL Kaufering

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2016

Landsberger Tagblatt, 06. Februar 2016

Beim VfL kann man auch im Sitzen fechten

Behindertensport: Bei dem Verein trainiert seit einigen Wochen eine Rollstuhlfahrerin mit. Verstärkung ist erwünscht. Von Margit Messelhäuser

Improvisieren ist großgeschrieben: Das nötige Gestell, wie es bei Turnieren für Rollstuhlfechter gefordert ist, haben die Kauferinger noch nicht – also behilft man sich mit den Kästen. Lisa Schallenkammer (links) bringt Agnes Mathy erst mal die Grundlagen des Fechtens bei. Auch für die Trainerin ist das ungewohnt – und anstrengend. Aber, und nur das zählt: Es macht Spaß. 

 

Rollstuhl und Fechten – wie soll das gehen? Agnes Mathy aus Kaufering hat sich das auch zunächst gefragt, als ihr ihre Freundin Lisa Schallenkammer vorgeschlagen hat, es doch mal zu versuchen. Die beiden sind schon „seit dem Kindergarten“, so Schallenkammer, befreundet. Sie ist Trainerin bei der Fecht-Abteilung des VfL Kaufering und überredete ihre Freundin, die aufgrund einer angeborenen Fehlbildung des Rückenmarks (Spina bifida) auf den Rollstuhl angewiesen ist, doch mal im Training vorbeizuschauen.

So recht vorstellen konnte sich Agnes Mathy auch nicht, was da auf sie zukommen würde, aber „Sport ist doch gesund, warum also nicht?“. Schnell wurde klar: Mit einer Hand fechten und mit der anderen den Rollstuhl bewegen – diese Vorstellung ist ein Irrtum. „Die Rollstühle sind fixiert“, erklärt Schallenkammer. Die 22-Jährige ist nicht nur Trainerin, sondern auch als Kampfrichterin viel unterwegs und hat da Erfahrungen – auch im Rollstuhlfechten – gesammelt. „Ansonsten sieht man es bei den Paralympics.“

Spezielle Vorrichtungen für Rollstuhlfechten haben die Kauferinger nicht – aber Schallenkammer ist erfinderisch. Sie holt zwei kleine Kästen in die Halle. Agnes Mathy, die kurze Strecken zu Fuß gehen kann, nimmt auf dem einen Platz – Lisa Schallenkammer ihr gegenüber. Dann geht es ans Einkleiden: Schutz, Weste, Handschuh und natürlich Maske. „Eigentlich bräuchten wir eine große Schürze für die Beine“, sagt Lisa Schallenkammer, aber ein spezieller Schutz, normal für den Trainer, tue es auch: „Man muss halt ein bisschen improvisieren“, so die Trainerin mit einem Lachen.

Die Kästen, die nicht auf dem Boden rutschen, werden nun auf den richtigen Abstand gebracht: Der Fechter mit den kürzeren Armen bestimme diesen. Nun geht es an die ersten Lektionen, wie auch bei den „Fußgängern“.

Immer wieder muss Agnes Mathy die Angriffe von Lisa Schallenkammer parieren – und dann selbst angreifen. „Das geht enorm in die Arme“, sagt Schallenkammer. Drei Minuten dauere ein Kampf, wenn nicht viele Treffer fallen, für Rollstuhlfechter extrem lang. „Im normalen Kampf geht man zwei, drei Schritte zurück und kann kurz durchatmen“, erklärt sie, das sei für Rollstuhlfechter schwieriger: „Sie können sich kurz zurücklehnen“, aber eben nicht wirklich ausweichen.

Auch Agnes Mathy war etwas überrascht: „Man bekommt Muskelkater, wo man gar nicht wusste, dass dort Muskeln sind“, erzählt sie und lacht dabei, denn: „Der Muskelkater ist nach zwei Tagen wieder weg, aber der Spaß hält länger an.“ Sie will auf jeden Fall weitermachen, vielleicht auch mal an einem Turnier teilnehmen, aber „so groß sind meine Ambitionen nicht“, räumt die 23-Jährige ein. In Augsburg studiert sie katholische Theologie, und „das hat Vorrang“.

In Kaufering würde man sich freuen, wenn weitere Rolli-Fahrer Lust auf Fechten hätten. „Das Sport-Angebot im Landkreis für Rollstuhlfahrer ist ja nicht sehr groß“, sagt Schallenkammer. Der Grad der Behinderung spiele erst mal keine Rolle: „Man muss es einfach ausprobieren, ob es geht“, macht sie allen Mut – und im Improvisieren bei Hilfsmitteln ist sie praktisch unschlagbar. „Es wäre schön, wenn noch jemand mitmachen würde.“

Training Rollstuhlfahrer, die Fechten ausprobieren wollen, können sich per E-Mail an Lisa Schallenkammer wenden.

Landsberger Tagblatt, 23. März 2016

Das Training hat sich ausgezahlt

Agnes Mathy belegt bei der deutschen Rollstuhl-Meisterschaft Platz vier. Auch ihre Trainerin war am Start

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Das Training hat sich gelohnt: Agnes Mathy (rechts) startete erstmals bei der deutschen Meisterschaft im Rollstuhlfechten und belegte dort Platz vier. Auch ihre Trainerin Lisa Schallenkammer nahm teil.

Foto: Thorsten Jordan

Rollstuhl-Fechten: Vor einigen Wochen hat das Landsberger Tagblatt über Agnes Mathy berichtet, die bei den Kauferinger Fechtern mittrainiert. Jetzt hat Agnes Mathy – nach monatelangem Training – erstmals die sportliche Herausforderung gesucht, und in ihrem ersten großen Turnier schrammte sie bei der deutschen Rollstuhl-Meisterschaft nur knapp an einer Medaille im Florett-Wettbewerb vorbei.

Nach einer gelungenen Vorrunde traf sie in der Direktausscheidung auf eine Fechterin aus Rostock, diese besiegte sie bereits in der Vorrunde mit 5:3. In diesem K.-o.-Gefecht war die Routine der Ostsee-Fechterin ausschlaggebend und Agnes Mathy musste sich deshalb nach einem mutigen Auftritt mit Platz 4 von der Planche verabschieden.

Im Anschluss an die deutsche Meisterschaft durften alle Fechter mit dem Degen ihr Geschick und Können beweisen, egal ob mit und ohne Behinderung. Einfach mitmachen und Spaß haben, den Erfolg aber nicht außer Acht lassen, lautete das Motto.

Agnes Mathy und ihre Trainerin Lisa Schallenkammer konnten in dieser Disziplin viel Erfahrung sammeln. Männer und Frauen fochten gemischt und wurden getrennt gewertet. Für beide Fechterinnen aus Kaufering war dies eine neue Situation. Mathy, die noch nie zuvor mit dem Degen gefochten hatte, sammelte viel Erfahrung mit der „neuen“ Waffe. Lisa Schallenkammer trat zum ersten Mal im Rollstuhlfechten an und focht in der für sie ungewohnten Position.

Agnes Mathy belegte Platz 5 und Lisa Schallenkammer Platz 4 bei den Aktiven Damen.

Aber es standen noch weitere Turniere für die Kauferinger Fechter an. Bei der schwäbischen Degen-Meisterschaft in Kaufbeuren musste sich Michael Kramer nach einer nahezu perfekten Vorrunde erst im Finale ganz knapp mit 9:10 geschlagen geben und wurde Vizemeister. Stephanie Kramer steuerte einen 6. Platz bei und Aileen Schallenkammer belegte in ihrer Klasse Rang 9. Etwas unglücklich verlief die Vorrunde für Maximilian Gartner, der sich mit Rang 11 zufriedengeben musste.

International war das Turnier in München besetzt, an dem Michael Kramer teilnahm. Dort holte sich der Degen-Fechter nach spannenden Partien den Gesamtsieg: Im Finale hatte er die Nerven behalten, denn da es nach Ende der regulären Kampfzeit 8:8 gestanden hatte, ging es in die Verlängerung und hier setzte der Kauferinger den Siegtreffer. Auch bei der bayerischen Degen-Meisterschaft schaffte er den Sprung aufs Treppchen: Mit Platz drei rückte er nun in der bayerischen Rangliste der Jugend B auf Platz 1 – eine Teilnahme an der deutschen Meisterschaft rückt für den Kauferinger immer näher.

Beachtlich bei der Bayerischen auch der 27. Platz für Aileen Schallenkammer, die aufgrund ihrer D-Lizenz-Prüfung im Degen doppelt belastet war, und Rang 15 für Lisa Schallenkammer in der Altersklasse Aktive.

Von Neuaubing kehrte Nina Kirchberger mit einem 1. Platz in ihrer Altersklasse Jugend B und Rang 2 im Gesamtergebnis mit Florett zurück. Daniel Martin holte sich dort bei den Aktiven den Sieg, sein Vater Armin Martin wurde Achter und Maximilian Gartner verpasste mit Platz vier nur knapp das Treppchen.

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06. April 2017 00:06 Uhr

Viele Treffer gesetzt

Kauferinger holen bei der Schwäbischen viele Podestplätze

Sieben Fechter nahmen an der schwäbischen Florett-Meisterschaft teil – und alle brachten Edelmetall mit nach Hause.

Thomas Schmid gewann bei der A-Jugend drei Vorrundengefechte und zog als Fünfter ins Viertelfinale ein. Hier steigerte er sich und gewann deutlich mit 15:11. Zwar musste er sich im Halbfinale dem späteren Sieger Felix Klaus (Neu-Ulm) geschlagen geben, aber mit Bronze eröffnete er den Medaillenregen für Kaufering. Nina Kirchberger nutzte ihre erste Vorrunde noch zum „Aufwärmen“ und steigerte sich deutlich in der zweiten und sicherte sich ebenfalls Bronze.

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Bjarne Wolter tat es Nina gleich und erreichte ebenfalls Platz drei. Als jüngerer B-Jugend-Fechter musste er sich in der Vorrunde mit Fechtern des älteren Jahrgangs messen. Zwei Siege in der Vorrunde sind hier ein gutes Ergebnis – auch wenn nach Meinung von Trainerin Lisa Schallenkammer noch mehr drin gewesen wäre. Im Viertelfinale zeigte Bjarne starke Nerven und gewann nach einem 3:8-Rückstand noch mit 10:9 in der Verlängerung. Im Halbfinale war dann auch für ihn Endstation.

Degenfechter Maximilian Gartner traute sich nach fünf Jahren mal wieder mit einem Florett auf die Planche. Selbst gespannt auf den Ausgang des Turniers bei den Junioren, schlug er sich gut und gewann zwei Gefechte, was ihn ins Viertelfinale brachte, in dem er nach einem spannenden Kampf unterlag.

Aufgrund der getrennten Wertung belegte er aber ebenfalls den dritten Platz bei den Junioren und einen sehr respektablen 7. Rang bei den Aktiven.

Auch für Mara Faina war es nach vier Jahren Pause wieder die erste schwäbische Meisterschaft im Florett. Hier wurden die Aktiven und Junioren ebenfalls zusammengelegt – und Mara hatte in ihrer Vorrunde Pech: Trotz guter Leistung gelang ihr nur ein Sieg.

Besonders spannend war ihr Vorrundengefecht gegen Vereinskollegin Aileen Schallenkammer – die beiden Freundinnen schenkten sich nichts, am Ende setzte sich Aileen dann aber doch durch. Mit Platz 6 bei den Junioren hat sich Mara gut geschlagen. Für Aileen Schallenkammer lief es besser: Sie kam in die K.-o.-Runde und belegte bei den Aktiven Platz 7.

Lisa Schallenkammer wurde in die andere Vorrundengruppe gelost – und setzte sich gegen alle Gegnerinnen durch. Dafür erhielt sie ein Freilos für das Achtel- und durfte gleich ins Viertelfinale, das sie erneut souverän gewann. Auch das Halbfinale gewann sie mit 15:7 – und dann auch noch das Finale: Lisa Schallenkammer holte sich den schwäbischen Meistertitel.

Im Anschluss traten Mara, Aileen und Lisa noch mit der Mannschaft an. Nach einem knappen Sieg gegen Füssen standen die VfL-Damen im Finale. Dort allerdings erwies sich das Team aus Memmingen und Neu-Ulm als zu stark, aber es gab immerhin Silber für den VfL Kaufering.

Im Medaillenspiegel belegte der VfL damit Platz vier. (lt)

 

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